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Freischwinger: der federnde Stuhl für Besprechung, Empfang und Esstisch

Ein Freischwinger steht auf Kufen statt auf vier Beinen und gibt beim Hinsetzen leicht nach. Das macht ihn bequem für Gäste und Besprechungen. Für den ganzen Arbeitstag ist er nicht gebaut.

Illustration: Ein Freischwinger von der Seite: ein durchgehender Chromrohrrahmen ohne Hinterbeine, Sitz und Rücken aus hellem Leder, neben einem runden Tisch.
Illustration – zeigt keinen bestimmten Artikel und kein Angebot.

Ein Freischwinger ist laut Wikipedia ein Stuhl ohne Hinterbeine, dessen Sitzfläche unter dem Gewicht einer Person federnd nachgibt und leicht nach hinten absinkt. Ein Stuhl ohne Hinterbeine, der starr bleibt, heißt dagegen Kragstuhl; der Freischwinger ist eine Variante davon. Das Schwingen ist also das eigentliche Merkmal, nicht nur die fehlenden Hinterbeine.

Im Büro wird er meist als Besucher- oder Konferenzstuhl eingesetzt, zu Hause oft am Esstisch. In beiden Rollen sitzt man eine Weile, aber nicht acht Stunden am Stück.

Woher der Freischwinger kommt

Der Stuhltyp ist ein Klassiker der Moderne. Laut Wikipedia entwickelte der Architekt Mart Stam 1926 einen ersten Stuhl ohne Hinterbeine, noch mit recht starrer Rohrkonstruktion. Ludwig Mies van der Rohe zeigte 1927 mit seinem Entwurf MR 20 für die Weißenhofsiedlung eine elastischere Version, und Marcel Breuer entwickelte am Bauhaus zahlreiche Varianten aus Stahlrohr. Um die Urheberschaft wurde jahrelang prozessiert: Das Reichsgericht sprach Stam 1932 die künstlerische Urheberschaft am kubischen Freischwinger zu.

Viele heutige Modelle greifen diese Formen auf. Die Bezeichnung «Klassiker» sagt deshalb wenig über einen konkreten Stuhl; maßgeblich sind Konstruktion und Verarbeitung.

Konstruktion: Stahlrohr, Holz, Kunststoff

BauartAufbau laut WikipediaWas du prüfen solltest
Stahlrohrein durchgehend gebogenes Rohr in «Schlittenform», Kufen am Boden, Sitz und Lehne eingehängtsaubere Biegungen, keine Schweißnähte an der Biegestelle, gleichmäßige Federung
Formschichtholzgleiches Prinzip mit verleimtem HolzRisse an Biegungen, Lack an den Kufen
KunststoffLehne, Sitz und Fuß aus einer zusammenhängenden FlächeStabilität an der Biegekante

Die Stabilität entsteht, so die Wikipedia, weil die Kraft über die Spannung in den Vorderbeinen auf die Kufen umgeleitet wird. Deshalb ist die Qualität des Rohrs und der Biegung entscheidend. Setz dich vor dem Kauf hin und lehn dich zurück: Der Stuhl soll gleichmäßig nachgeben, ohne zu knarzen oder seitlich zu kippen. Eine maximale Belastung nennt die Herstellerangabe; wir geben keine allgemeine Zahl an.

Freischwinger aus Leder

Ein Freischwinger aus Leder wirkt hochwertig. Hinter dem Wort stecken aber verschiedene Materialien:

Frag nach, welches Material gemeint ist, und lies die Pflegehinweise des Herstellers. Ein Schwingstuhl aus Leder sollte nicht dauerhaft in praller Sonne oder direkt neben der Heizung stehen.

Weiß: hell, aber pflegeintensiv

Ein weißer Freischwinger lässt einen Besprechungsraum oder ein Esszimmer leicht wirken, besonders mit verchromtem Gestell. Im Alltag zeigt Weiß jeden Abrieb von Jeansstoff und jeden Kaffeefleck. Wer sich dafür entscheidet, sollte Flecken sofort und nur mit dem vom Hersteller empfohlenen Mittel behandeln. In stark genutzten Räumen ist ein pigmentiertes Leder oder ein dunklerer Ton praktischer.

Besucherstuhl ja, Arbeitsstuhl nein

Für den Bildschirmarbeitsplatz beschreibt die DGUV-Information 215-410 (Ausgabe Juli 2019) einen Büroarbeitsstuhl mit verstellbarer Sitzhöhe von mindestens 400 bis 510 mm und verstellbarer Sitztiefe. Er soll konstruktiv auf ein Körpergewicht von mindestens 110 kg und acht Stunden täglicher Nutzung ausgelegt sein. Ein klassischer Freischwinger hat dagegen meist eine feste Sitzhöhe. Als Gast-, Konferenz- oder Wartestuhl passt er gut, als Stuhl am höhenverstellbaren Schreibtisch für den ganzen Tag nicht.

Typische Einsatzorte sind der Besprechungstisch, die Wartezone vor einer Empfangstheke und das Arbeitszimmer, in dem gelegentlich Besuch Platz nimmt. Wer ein Arbeitszimmer komplett ausstattet, findet Hinweise im Ratgeber zum Büromöbel-Set und im Bereich Büro und Arbeitszimmer.

Boden und Pflege

Kufen liegen flächig auf und können auf Parkett Spuren hinterlassen. Gleiter aus Filz oder Kunststoff unter den Kufen schützen den Boden; prüfe sie regelmäßig, denn abgenutzte Gleiter verkratzen mehr als keine. Verchromte Gestelle reinigst du mit einem feuchten Tuch und trocknest sie nach.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Freischwinger und Kragstuhl?

Beide haben keine Hinterbeine. Beim Freischwinger federt die Sitzfläche unter dem Gewicht nach, beim Kragstuhl bleibt die Konstruktion starr.

Wer hat den Freischwinger erfunden?

Laut Wikipedia baute Mart Stam 1926 einen ersten Stuhl ohne Hinterbeine; Mies van der Rohe stellte 1927 den elastischeren MR 20 vor, Marcel Breuer entwickelte weitere Varianten. Die Urheberschaft war lange vor Gericht umstritten.

Ist ein Freischwinger als Bürostuhl geeignet?

Als Besucher- oder Konferenzstuhl ja. Für ganztägige Bildschirmarbeit beschreibt die DGUV einen Büroarbeitsstuhl mit verstellbarer Sitzhöhe und Sitztiefe, die ein Freischwinger meist nicht hat.

Wie pflege ich einen Freischwinger aus Leder?

Nach den Hinweisen des Herstellers für die jeweilige Lederart. Halte ihn von praller Sonne und Heizungen fern und entferne Flecken sofort.

Ist ein weißer Freischwinger empfindlich?

Weiß zeigt Abrieb und Flecken schneller. Pigmentiertes Leder ist unempfindlicher als offenporiges Glattleder.