Das Highboard: mehr Stauraum auf wenig Grundfläche
Ein Highboard ist die hohe Schwester des Sideboards. Es nutzt die Höhe statt der Breite und passt dorthin, wo eine ganze Schrankwand zu viel wäre.

Als Highboard bezeichnet der Möbelhandel ein Möbel, das höher ist als ein Sideboard, aber deutlich niedriger als ein Schrank. Eine verbindliche Höhe gibt es nicht; der Begriff beschreibt eher die Rolle im Raum. Typisch ist eine Kombination aus geschlossenen Türen unten und offenen Fächern oder einer Vitrine oben. Das macht es zum Allrounder für Wohn- und Esszimmer.
Highboard, Sideboard oder Wohnwand?
Die drei Möbel überschneiden sich. Die Wahl hängt davon ab, wie viel Wand zur Verfügung steht und wie viel hinein soll.
| Möbel | Form | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Sideboard | breit und niedrig | große Abstellfläche, ruhige Linie | braucht viel Wandbreite |
| Highboard | schmaler und höher | mehr Stauraum auf kleiner Grundfläche, Vitrine möglich | wirkt präsenter, muss gesichert werden |
| Wohnwand | mehrteilig, oft wandfüllend | maximaler Stauraum | dominiert den Raum |
Wer eine ganze Wand bespielen will, findet Planungshinweise im Ratgeber zum Wohnzimmerschrank mit viel Stauraum. Ein Highboard ist die Lösung für die schmale Wand zwischen Tür und Fenster oder als Pendant neben einem niedrigen Lowboard.
Worauf du beim Kauf achtest
Ein hohes Möbel zeigt Schwächen schneller als ein niedriges: Türen hängen eher, und Wackeln fällt auf. Prüf diese Punkte:
- Aufteilung: Wie viele Fächer sind offen, wie viele geschlossen? Offene Fächer wirken leicht, sammeln aber Staub.
- Vitrine: Glastüren mit Rahmen, Glasböden mit sicherer Auflage. Gibt es eine Beleuchtung, prüf, wie Kabel und Schalter geführt sind.
- Einlegeböden: Lassen sie sich in der Höhe versetzen? Passen Gläser, Bücher oder Ordner?
- Beschläge: Scharniere sollten sich nachstellen lassen, damit die Türen bündig schließen.
- Rückwand: Eine stabile Rückwand gibt dem Korpus Halt; dünne, nur genagelte Platten geben schneller nach.
- Füße oder Sockel: Stellfüße gleichen unebene Böden aus.
Sonoma Eiche, Dekor und Echtholz
Viele hohe Anrichten werden in „Sonoma Eiche“ angeboten. Das ist keine Baumart, sondern der Name eines Dekors, also einer Oberfläche, die Eiche nachbildet. Darunter liegt in der Regel ein Holzwerkstoff wie Spanplatte. Wikipedia beschreibt, dass Spanplatten außen aus feinerem Spanmaterial bestehen, wenn sie anschließend zu dekorativen Zwecken beschichtet werden, etwa im Möbelbau.
| Oberfläche | Merkmal | Pflege und Reparatur |
|---|---|---|
| Dekor (z. B. Sonoma Eiche) | bedruckte Beschichtung, gleichmäßiges Bild | feucht abwischen; Kratzer kaum zu reparieren |
| Echtholzfurnier | dünne Holzschicht auf Träger | schonend pflegen; begrenzt nachzuschleifen |
| Massivholz | durchgehend Holz | ölen oder wachsen nach Herstellerangabe; abschleifbar |
Dekor hat Vorteile: Er ist pflegeleicht und farblich gleichmäßig, was bei einem Möbel aus mehreren Teilen hilft. Wer Möbel kombinieren will, sollte Dekornamen allerdings nicht blind vertrauen. Derselbe Name kann bei verschiedenen Herstellern unterschiedlich aussehen; lass dir ein Muster geben oder vergleiche Fotos bei Tageslicht. Passt das Holz zum Essbereich, etwa zu einem ausziehbaren Esstisch aus Eiche, wirkt ein offener Wohnraum geschlossener.
Für die Raumluft gibt es einen Anhaltspunkt: Der Blaue Engel DE-UZ 38 kennzeichnet emissionsarme Möbel aus Holz und Holzwerkstoffen.
Fest an der Wand
Das Möbel ist hoch und hat oft schwere Glastüren oder Glasböden oben. Das verlagert den Schwerpunkt nach oben. Die Aktion Das sichere Haus rät, Regale und Schränke mit Metallwinkeln an der Wand festzuschrauben, und warnt, dass Kleinkinder sich an Schränken hochziehen und an geöffneten Schubladen hochklettern. Die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) schreibt ebenso, dass Schränke viel sicherer stehen, wenn sie an der Wand angeschraubt sind. Nutze die Beschläge und die Anleitung des Herstellers und prüf, ob die Dübel zur Wand passen.
Platzierung im Raum
Das hohe Möbel wirkt am besten, wenn es nicht allein gegen eine große Wand antritt. Bewährte Positionen:
- neben einem Lowboard, als höherer Gegenpol zum Fernseher
- im Esszimmer als Geschirrschrank mit Vitrine
- zwischen Tür und Fenster, wo kein breites Möbel Platz hat
- als Raumteiler nur, wenn die Rückseite sichtbar verarbeitet ist und das Möbel trotzdem gesichert werden kann
In einer offenen Wohnküche kann es Holzton und Fronten mit der Kücheninsel aufgreifen. Weitere Ratgeber findest du unter Wohnen, Essen, Küche und Bad und auf der Startseite.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Highboard und Sideboard?
Ein Sideboard ist breit und niedrig, ein Highboard schmaler und höher. Es bietet mehr Stauraum auf kleiner Grundfläche, oft mit Vitrine oben. Eine feste Höhengrenze zwischen beiden gibt es nicht.
Ist Sonoma Eiche echtes Holz?
Nein. Sonoma Eiche ist der Name eines Dekors, einer Oberfläche, die Eiche nachbildet. Darunter liegt meist eine beschichtete Holzwerkstoffplatte. Echtholz erkennst du an Angaben wie „Massivholz“ oder „Echtholzfurnier“.
Muss ein Highboard an der Wand befestigt werden?
Ja. Die Aktion Das sichere Haus empfiehlt, Schränke und Regale mit Metallwinkeln an der Wand festzuschrauben, die BFU sagt dasselbe. Verwende die Beschläge des Herstellers und passende Dübel.
Wie pflege ich eine Dekoroberfläche?
Mit einem feuchten, weichen Tuch und mildem Reiniger. Scheuermittel und nasse Lappen schaden Kanten und Fugen. Kratzer lassen sich bei Dekor kaum ausbessern, daher Filzgleiter unter Deko und Vasen.
Woran erkenne ich emissionsarme Möbel?
Ein Anhaltspunkt ist der Blaue Engel DE-UZ 38 für emissionsarme Möbel aus Holz und Holzwerkstoffen. Frag beim Hersteller nach, ob das konkrete Möbel ein Gütezeichen trägt.