Bequeme Sessel: Arten, Sitzgefühl und Bezüge im Vergleich
Ein Sessel ist der persönlichste Platz im Wohnzimmer. Welche Art zu dir passt, hängt davon ab, ob du darin liest, fernsiehst, Gäste empfängst oder einfach eine Ecke füllen willst.
Ein Sessel ist laut Wikipedia «ein bequemes Sitzmöbel für eine Person, das gewöhnlich mit Armlehnen versehen und weich gepolstert ist». So einfach die Definition ist, so verschieden sind die Formen: vom aufrechten Cocktailsessel bis zum Relaxsessel, in dem man fast liegt. Diese Übersicht ordnet die Arten nach dem, was du darin tun willst, und zeigt, was einen bequemen Sessel ausmacht.
Erst die Nutzung, dann die Form
Die meisten Fehlkäufe entstehen, weil ein Sessel nach Aussehen gewählt wird und dann für die falsche Tätigkeit dasteht. Drei Fragen sortieren das Feld:
- Wie lange sitzt du am Stück? Für zehn Minuten Kaffee reicht ein aufrechter Sessel, für einen Leseabend braucht es Lehne und Kopfstütze.
- Sitzt du aufrecht oder zurückgelehnt? Wer liest, sitzt eher aufrecht; wer fernsieht, will die Beine hochlegen.
- Wo steht er? Ein Sessel im Durchgang muss von allen Seiten gut aussehen, einer in der Ecke vor allem von vorn.
Die wichtigsten Sesselarten
| Art | Merkmal | Gut für |
|---|---|---|
| Ohrensessel | hohe Lehne, seitliche Polster am Kopf | Lesen, Dösen |
| Loungesessel | niedrig, tief, oft breite Sitzfläche | entspanntes Sitzen, Gespräch |
| Sessel mit Hocker | separater Hocker für die Beine | Lesen, Fernsehen |
| Relax- oder Fernsehsessel | verstellbare Lehne, teils ausklappbare Fußstütze | langes Fernsehen |
| Cocktail- oder Clubsessel | kompakt, eher aufrecht | Gäste, kleine Räume |
Wikipedia nennt als historische Formen den Clubsessel des Art déco und den Cocktailsessel der 1950er-Jahre. Beim amerikanischen Recliner lässt sich die Rückenlehne zurücklegen, während unten eine Fußstütze ausklappt; hierzulande heißt dieser Typ meist Fernseh- oder Relaxsessel.
Den Klassiker mit Kopfstütze erklärt der Ratgeber zum Ohrensessel. Wer tief und locker sitzen will, ist beim Loungesessel richtig, und wer die Beine hochlegen möchte, beim Lesesessel mit Hocker.
Woran du einen bequemen Sessel erkennst
Bequemlichkeit ist persönlich, aber sie hat überprüfbare Bestandteile. Feste Maße für Sitzhöhe oder Sitztiefe nennen wir nicht, weil sie von deiner Körpergröße abhängen. Prüfe stattdessen beim Probesitzen:
- Deine Füße stehen flach auf dem Boden, die Knie liegen nicht höher als die Hüfte.
- Die Sitzkante drückt nicht in die Kniekehlen, wenn dein Rücken anliegt.
- Die Lehne stützt den unteren Rücken ohne Lücke.
- Die Armlehnen tragen die Unterarme, ohne dass die Schultern hochgehen.
- Du kommst ohne Schwung wieder heraus.
Die Polsterung entscheidet, wie sich das Sitzgefühl nach Monaten verändert. Frag, woraus Sitz und Rücken aufgebaut sind, und setze dich mehrmals hin: Ein Sitz, der beim ersten Mal weich nachgibt, kann nach einiger Zeit durchgesessen wirken. Herstellerangaben zur Polsterung sind der einzige Anhaltspunkt; unabhängige Dauertests zu einzelnen Modellen haben wir nicht.
Bezüge im Vergleich
| Bezug | Stärken | Worauf achten |
|---|---|---|
| Webstoff | große Auswahl, angenehm warm | Scheuerbeständigkeit nach Martindale erfragen |
| Samt, Velours | weich, satte Farben | Strichrichtung, Sitzspiegel bei langem Flor |
| Kunstleder | pflegeleicht, abwischbar | Material erfragen: PVC oder Polyurethan |
| Leder | langlebig bei Pflege | regelmäßige Pflege nach Herstellerangabe |
Zum Kunstleder notiert Wikipedia, dass Bezeichnungen wie «Textilleder» nach Ansicht mancher Gerichte gegenüber Verbrauchern nicht verwendet werden dürfen. Lies Materialangaben deshalb genau.
Farbe und Platz im Raum
Ein Sessel ist das einfachste Möbel, um Farbe in einen Raum zu bringen, weil er klein genug ist, um nicht zu dominieren. Ein Senfgelb oder ein dunkles Grün neben einem neutralen Sofa wirkt bewusst gesetzt; wie das mit einem großen Möbel gelingt, zeigt der Ratgeber zum Sofa in Senfgelb. Zwei gleiche Sessel gegenüber einem Sofa schaffen eine klassische Gesprächsrunde, ein einzelner Sessel quer zum Sofa öffnet den Raum.
Plane vor dem Kauf, wo du die Füße abstellst, wo eine Lampe steht und ob ein kleiner Tisch für Tasse oder Buch Platz findet. Alle Ratgeber zu Polstermöbeln stehen im Bereich Sofas & Sessel.
Auf Emissionen achten
Der Blaue Engel weist darauf hin, dass manche Polstermöbel wegen ihrer großen Oberfläche und langen Lebensdauer eine wesentliche Schadstoffquelle in Innenräumen sein können; die Stoffe stammen meist aus Klebern, Polstermaterialien, Bezugstextilien oder Leder. Das Umweltzeichen DE-UZ 117 kennzeichnet emissionsarme Polstermöbel.
Häufige Fragen
Was unterscheidet einen Sessel von einem Stuhl?
Ein Sessel ist weich gepolstert, für eine Person gedacht und hat meist Armlehnen. In Österreich werden laut Wikipedia allerdings alle Sitzmöbel für eine Person Sessel genannt.
Welcher Sessel ist am bequemsten?
Das hängt von der Nutzung ab. Zum Lesen eignen sich Ohrensessel oder Sessel mit Hocker, zum Fernsehen Relaxsessel, für lockeres Sitzen Loungesessel. Entscheidend ist, dass Sitzhöhe, Tiefe und Lehne zu deinem Körper passen.
Wie teste ich einen Sessel richtig?
Setz dich so hin wie zu Hause, möglichst einige Minuten. Prüfe Fußstand, Sitztiefe, Rückenstütze, Armlehnen und das Aufstehen.
Welcher Bezug hält am längsten?
Bei Stoffen gibt die Scheuerbeständigkeit nach Martindale einen Vergleichswert: je mehr Scheuertouren, desto strapazierfähiger. Leder hält lange, wenn es gepflegt wird.
Gibt es schadstoffarme Sessel?
Ja. Der Blaue Engel DE-UZ 117 kennzeichnet emissionsarme Polstermöbel. Ohne Zeichen hilft gründliches Lüften nach dem Aufstellen.