Der Sekretär: ein Schreibplatz, der sich schließen lässt
Ein Sekretär verbindet Schreibfläche, Fächer und Schubladen in einem Möbel. Er passt in Wohnzimmer und Flur, wo kein Schreibtisch Platz hat, aber nicht für jede Arbeit.

Ein Sekretär, auch Schreibschrank genannt, ist laut Wikipedia ein Möbel mit Schreibfläche sowie Schubladen und Fächern, mit oder ohne Türen. Anders als beim Schreibtisch liegen auch hinter und über der Schreibfläche Fächer. Bei vielen Modellen klappt die Schreibfläche ein oder verschwindet hinter einem Rollladen; geschlossen sieht das Möbel dann aus wie eine Kommode oder ein Schrank.
Genau das macht ihn heute wieder interessant. Wikipedia beschreibt, dass mit dem Laptop moderne Schreibschränke für Heimarbeitsplätze angeboten werden, weil sie durch die Klappe oder kleinere Maße weniger Platz brauchen als ein Schreibtisch.
Welche Bauformen es gibt
Wer nach so einem Möbel sucht, stößt auf sehr unterschiedliche Möbel. Die wichtigsten Varianten:
| Bauform | Wie die Schreibfläche entsteht | Gut für |
|---|---|---|
| Klappsekretär | Eine Frontklappe wird nach vorn geöffnet und liegt auf Stützen oder Auszügen | Wohnzimmer, Flur, kleine Wohnungen |
| Schreibkommode | Unten Schubladen, oben eine feste oder ausziehbare Schreibplatte | Wer mehr Stauraum als Arbeitsfläche braucht |
| Schreibschrank mit Aufsatz | Tisch- oder Kommodenunterteil mit Fächern darüber | Briefe, Ordner, Bastelzeug |
| Wandmodell | An der Wand montiert, ohne Füße | Sehr schmale Räume |
| Rollladenmodell | Fächer hinter einem Rollladen, Platte oft ausziehbar | Wer Unordnung schnell verbergen will |
Die Suchbegriffe „Schreibtisch mit Kommode“ und „Kommode mit Schreibtisch“ meinen meist die Schreibkommode: ein Möbel, das zuerst Stauraum ist und erst dann Arbeitsplatz.
Für wen die Schreibklappe reicht
Das Möbel ist ein Kompromiss. Er spart Fläche, bietet aber weniger Arbeitsplatz. Wikipedia merkt an, dass die kleine Schreibfläche historischer Modelle heutigen Ansprüchen an einen Arbeitsplatz kaum genügt.
Zum Vergleich: Die DGUV-Information 215-410 zu Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen nennt eine Arbeitsfläche als ausreichend groß, wenn sie mindestens 1600 × 800 mm misst. Das ist ein Leitfaden für Büroarbeitsplätze, kein Maß für ein Wohnmöbel, zeigt aber den Abstand. Ein Schreibschrank eignet sich deshalb für:
- Post, Rechnungen und Haushaltsordner
- gelegentliche Arbeit am Laptop
- Hausaufgaben oder Schreiben von Hand
- einen Arbeitsplatz, der abends verschwinden soll
Für tägliche Bildschirmarbeit über viele Stunden ist ein Schreibtisch mit ausreichend Fläche die bessere Wahl.
Worauf du beim Kauf achtest
Schreibfläche und Klappe
Öffne die Klappe gedanklich: Wie tief ist die Fläche wirklich, wenn sie offen ist? Passen Laptop und Unterlagen nebeneinander? Prüf, worauf die Klappe ruht. Stützen, Scharniere und Auszüge tragen die Last, wenn du dich aufstützt; frag nach, für welche Belastung der Hersteller sie vorsieht. Eine allgemeine Zahl können wir dir nicht nennen.
Arbeitshöhe und Sitzplatz
Laut DGUV-Information 215-410 sollte die Arbeitshöhe bei locker herabhängenden Oberarmen etwa in Ellenbogenhöhe liegen. Bei einer Schreibklappe ist die Höhe der Klappe fest; du passt dich also mit dem Stuhl an. Ein Stuhl mit Armlehnen ist bequem, aber prüf, ob die Lehnen unter die Klappe passen. Achte auch auf Beinfreiheit: Manche Schreibkommoden haben direkt unter der Platte Schubladen.
Licht und Strom
Ein Schreibschrank steht oft an einer Wand ohne Fenster. Plane eine Leuchte ein und eine Steckdose in Reichweite. Ein Kabeldurchlass in der Rückwand verhindert, dass die Klappe auf Kabel drückt.
| Prüfpunkt | Frage |
|---|---|
| Fläche offen | Reicht sie für Laptop plus Papier? |
| Klappe | Worauf ruht sie, wie stabil ist sie? |
| Beinfreiheit | Stoßen Knie oder Armlehnen an? |
| Fächer | Passen Ordner hinein, auch quer? |
| Rückwand | Gibt es einen Kabeldurchlass? |
Kippsicherung nicht vergessen
Ein Modell mit Aufsatz ist hoch und oben schwerer, eine geöffnete Klappe verlagert das Gewicht zusätzlich nach vorn. Die Aktion Das sichere Haus rät, Schränke und Regale mit Metallwinkeln an der Wand festzuschrauben; sie warnt, dass Kleinkinder an geöffneten Schubladen hochklettern. Befestige das Möbel so, wie der Hersteller es vorsieht.
Wohin damit?
Ein Schreibschrank gehört dahin, wo ein Schreibtisch stören würde: ins Wohnzimmer, in den Flur, ins Gästezimmer. Wer im offenen Wohnbereich lieber am Esstisch arbeitet, findet Hinweise im Ratgeber zur Essgruppe mit Bank. Wer nur ab und zu auf dem Sofa tippt, ist mit einem Couchtisch auf Rollen flexibler. Mehr Ratgeber zum Wohnzimmer stehen unter Wohnen, Essen, Küche und Bad.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sekretär und Schreibtisch?
Bei ihm liegen laut Wikipedia auch hinter und über der Schreibfläche Fächer, und die Fläche lässt sich oft einklappen oder abdecken. Ein Schreibtisch ist eine offene Arbeitsfläche, meist mit mehr Platz.
Reicht ein Sekretär fürs Homeoffice?
Für gelegentliche Arbeit am Laptop oft ja. Für tägliche Bildschirmarbeit eher nicht: Die DGUV-Information 215-410 nennt für Büroarbeitsplätze eine Arbeitsfläche von mindestens 1600 × 800 mm als ausreichend, und so groß ist kaum eine Sekretärklappe.
Was ist eine Schreibkommode?
Eine Kommode mit Schreibplatte, oben fest oder ausziehbar. Sie ist zuerst Stauraum und dann Arbeitsplatz. Wer nach „Schreibtisch mit Kommode“ sucht, meint meist dieses Möbel.
Welche Höhe sollte die Schreibfläche haben?
Laut DGUV-Information 215-410 sollte die Arbeitshöhe bei locker hängenden Oberarmen etwa auf Ellenbogenhöhe liegen. Da die Klappe bei diesem Möbel fest ist, stellst du den Stuhl passend ein.
Muss ein Sekretär an der Wand befestigt werden?
Ein hohes Modell mit Aufsatz ja, zumal eine offene Klappe das Gewicht nach vorn verlagert. Die Aktion Das sichere Haus empfiehlt, Schränke mit Metallwinkeln an der Wand zu befestigen. Folge der Anleitung des Herstellers.