Babybett mitwachsend: worauf es vom ersten Tag an ankommt
Ein mitwachsendes Babybett soll Jahre halten. Ob es das sicher tut, entscheidet sich an Größe, Gitter und Lattenrost, nicht am Umbau-Versprechen.

Ein mitwachsendes Babybett beginnt als Gitterbett und lässt sich später umbauen: Liegefläche tiefer, Sprossen heraus, Seitenteil ab. Das klingt nach einer Anschaffung für viele Jahre. Wichtiger als der spätere Umbau ist aber, was das Bett im ersten Jahr leisten muss, wenn dein Kind darin allein schläft.
Diese Seite ist allgemeine Information. Maßgeblich sind die Norm, nach der das Bett geprüft ist, und die Montage- und Altersangaben des Herstellers für genau dieses Bett. Die Zahlen unten stammen von Fachstellen für Kindersicherheit; wir nennen jeweils, wer sie veröffentlicht.
Normgrößen: 60 × 120 oder 70 × 140 cm
Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) schreibt auf kindergesundheit-info.de: Der Norm (716-1:2017 + AC:2019) entsprechen Kinderbetten, die 60 cm breit und 120 cm lang sind oder 70 cm breit und 140 cm lang. Auch die BAG Mehr Sicherheit für Kinder rät zu einer dieser Normgrößen, weil es Matratze und Bettwäsche dafür leicht zu finden gibt.
| Größe | Stärke | Was die Quellen dazu sagen |
|---|---|---|
| 60 × 120 cm | braucht weniger Stellfläche | Normgröße laut BIÖG und kindersicherheit.de |
| 70 × 140 cm | längere Nutzung | laut BIÖG reicht die Länge bis etwa zum Ende des vierten Lebensjahres |
Für ein Bett, das mitwachsen soll, spricht deshalb viel für 70 × 140 cm. Danach folgt ohnehin ein Kinderbett in voller Länge.
Was „mitwachsend“ wirklich heißt
Das BIÖG beschreibt den Gedanken so: Wird das Gitterbett als Teil eines mitwachsenden Möbelsystems gekauft, lässt es sich in den Folgejahren umrüsten und mit niedrigeren Seitenteilen weiter nutzen. Es fügt eine Bedingung hinzu: Dafür muss das Bett ausreichend stabil und sicher sein.
Übliche Umbaustufen sind:
- Lattenrost in mehreren Höhen: oben, solange das Baby liegt; unten, sobald es sich aufrichtet.
- Schlupfsprossen: Laut kindersicherheit.de lassen sich oft zwei Gitterstäbe in der Mitte herausnehmen, damit das Kind selbst ein- und aussteigt, sobald es groß genug ist.
- Juniorbett: Ein Seitenteil kommt ab, das Bett wird zum niedrigen Kinderbett.
Wann welcher Schritt dran ist, steht in der Anleitung des Herstellers. Halte dich daran, auch wenn dein Kind früher klettern will.
Sicherheitswerte – gemessen ab Lattenrost
Die folgenden Werte nennen die BIÖG-«Checkliste Gitterbettchen», kindersicherheit.de und die Aktion Das sichere Haus (DSH). Alle Höhenangaben sind vom Lattenrost aus gemessen.
| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Abstand der Gitterstäbe | 4,5 bis 6,5 cm | BIÖG, kindersicherheit.de, DSH |
| Gitter über Lattenrost, tiefste Stellung | mindestens 60 cm | BIÖG, kindersicherheit.de |
| Gitter über Lattenrost, höchste Stellung | mindestens 30 cm | kindersicherheit.de, DSH |
| Abstand der Latten im Lattenrost | höchstens 6 cm | kindersicherheit.de |
| Spalt zwischen Matratze und Rahmen | höchstens 4 cm | kindersicherheit.de |
| Bohrungen und Schraublöcher | sicher abgedeckt | BIÖG |
| Rollen | feststellbar | DSH |
Die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) misst die Gitterhöhe dagegen ab der Matratze und kommt deshalb auf andere Zahlen. Rechne die beiden Bezugspunkte nicht gegeneinander um. Prüfe ein Bett immer mit den Werten einer einzigen Quelle.
Zur Kennzeichnung rät die DSH: Das Bett sollte die Normen EN 716-1 und EN 716-2 tragen und ein GS-Zeichen haben, das für geprüfte Sicherheit nach dem Produktsicherheitsgesetz steht.
Im ersten Jahr: wenig im Bett
Das BIÖG nennt das Bettzeug eine Sicherheitsfrage. Es rät, das Baby zum Schlafen auf den Rücken zu legen und im ersten Lebensjahr auf ein Kopfkissen zu verzichten. Ab dem zweiten Lebenshalbjahr sollten die Gitter immer hoch geschlossen sein. Die DSH ergänzt: Kordeln, Bänder und Schnüre gehören aus dem Griffbereich, und über dem Bett hängendes Spielzeug kommt weg, sobald sich das Kind aufrichten kann.
Beistellbett oder Gitterbett?
Viele Eltern suchen ein mitwachsendes Beistellbett, das zuerst offen am Elternbett steht und später frei. Für Beistellbetten haben wir keine eigenen Prüfwerte einer Fachstelle gelesen. Prüfe dort die Anleitung, die Befestigung am Elternbett und die Normangabe. Steht das Bett später frei als Gitterbett, gelten die Werte aus der Tabelle oben.
Material und Geruch
Neue Möbel können Formaldehyd oder Lösungsmittel ausdünsten, schreibt die DSH. Matratze und Bett sollten deshalb vor dem ersten Gebrauch gut auslüften. Als Orientierung für schadstoffarme Produkte nennt die DSH den Blauen Engel und das FSC-Siegel.
Wie es danach weitergeht
Wenn das Gitterbett ausgedient hat, beginnt die Suche nach dem ersten großen Bett. Ein bodennahes Hausbett ist oft der nächste Schritt, später vielleicht ein Multifunktionsbett mit Stauraum oder ein Prinzessinnenbett. Wer das ganze Zimmer auf einmal plant, findet Hinweise unter Kinderzimmer komplett einrichten. Alle Ratgeber stehen im Bereich Kinder- und Jugendzimmer.
Häufige Fragen
Welche Größe sollte ein mitwachsendes Babybett haben?
Die Normgrößen sind 60 × 120 cm und 70 × 140 cm, so das BIÖG und kindersicherheit.de. Für längere Nutzung eignet sich 70 × 140 cm: Laut BIÖG reicht diese Länge bis etwa zum Ende des vierten Lebensjahres.
Wie weit dürfen die Gitterstäbe auseinanderstehen?
BIÖG, kindersicherheit.de und die DSH nennen 4,5 bis 6,5 cm. So kann sich das Baby weder einklemmen noch hindurchrutschen.
Wie hoch muss das Gitter sein?
Gemessen ab Lattenrost nennen BIÖG und kindersicherheit.de mindestens 60 cm in der tiefsten Stellung; in der höchsten Stellung nennen kindersicherheit.de und die DSH mindestens 30 cm. Die BFU misst ab Matratze und nennt andere Werte – vermische die beiden nicht.
Ab wann darf das Seitenteil ab?
Das legt der Hersteller in der Anleitung fest. Das BIÖG rät, die Gitter ab dem zweiten Lebenshalbjahr immer hoch geschlossen zu halten; Schlupfsprossen erst, wenn dein Kind sicher allein ein- und aussteigen kann.
Gehören Kissen und Nestchen ins Babybett?
Das BIÖG rät, im ersten Lebensjahr auf ein Kopfkissen zu verzichten und nur so viel Bettzeug wie nötig zu verwenden. Die DSH rät, Kordeln, Bänder und Schnüre aus dem Griffbereich zu entfernen.